26.03.2026
Auszug aus einer Unfallanzeige: „Nach der Alarmierung zu einem Einsatz ist der Kamerad zu Fuß zum Feuerwehrhaus unterwegs. Als er die Straße entlang rennt, überholt er einen Spaziergänger, der mit seinem Hund Gassi geht. Der Hund beißt zu.“ Solche Unfallschilderungen gehen bei der Feuerwehr-Unfallkasse immer mal wieder ein. Das zeigt, dass es durchaus Sinn ergibt, in den regelmäßig stattfindenden Unterweisungen zum sicheren Alarmweg auch auf die Begegnungen mit Haustieren einzugehen.
Auszug aus einer Unfallanzeige: „Nach der Alarmierung zu einem Einsatz ist der Kamerad zu Fuß zum Feuerwehrhaus unterwegs. Als er die Straße entlang rennt, überholt er einen Spaziergänger, der mit seinem Hund Gassi geht. Der Hund beißt zu.“
Solche Unfallschilderungen gehen bei der Feuerwehr-Unfallkasse immer mal wieder ein. Das zeigt, dass es durchaus Sinn ergibt, in den regelmäßig stattfindenden Unterweisungen zum sicheren Alarmweg auch auf die Begegnungen mit Haustieren einzugehen. Denn helfen können nur Feuerwehrangehörige, die sicher und unversehrt am Feuerwehrhaus ankommen.
Ertönt die Sirene im Ort, steigt nicht nur bei Feuerwehrleuten und Anwohnern die Nervosität. Auch Haustiere, denen Einsatzkräfte bei Einsätzen begegnen, können unter Umständen unter Stress stehen. Kommt nun ein Feuerwehrangehöriger zügig vorbeigelaufen, stellt das für Tiere möglicherweise eine unbekannte Situation dar. Das Tier kann sich erschrecken und zubeißen.
Neben beispielsweise witterungsbedingten Faktoren, die für den Alarmweg zum Feuerwehrhaus die Sicherheit beeinflussen können, sollten auch die Reaktionen von Haustieren als nicht immer offensichtlicher Gefährdungsfaktor bedacht werden. Tiere sind Lebewesen, und wieder Mensch bringen sie individuelle Voraussetzungen mit ein, die eine Situation zu einer Belastung werden lassen können.
Deshalb gilt auch
bei Tieren und Tierhaltern gegenseitige Rücksichtnahme!
Weitere Berührungspunkte zwischen Feuerwehrangehörigen und
Haustieren zeigt die Unfallstatistik: Bei der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse Nord und der Feuerwehr-Unfallkasse Mitte sind
im zurückliegendem Jahr insgesamt fast 60 Unfälle in Verbindung mit Haustieren gemeldet
worden. Zum Beispiel wurden bei fast der Hälfte der Fälle Feuerwehrangehörige im
Rahmen der Brandbekämpfung mit Tierrettung bzw. Technischen Hilfe mit
Tierrettung von einer Katze gebissen.
(Haus-)Tierrettung birgt besondere Gefahren
Bei einem Brand sind nicht immer nur Menschenleben in
Gefahr, auch die geliebten Haustiere müssen gerettet werden. Mitunter sind die
Haustiere durch das Brandereignis selbst schon verängstigt. Der gut gemeinte
Griff nach dem Tier zur Rettung stellt dann einen zusätzlichen Stressfaktor dar
und das Tier wehrt sich. Obwohl die Feuerwehrangehörigen ihre Einsatzkleidung
und Handschuhe tragen, kommt es dann zu Verletzungen. Die Feuerwehreinsatzkleidung
stößt an ihre Grenzen der Schutzwirkung, wenn spitze Zähne zubeißen sollten.
Gerade bei sehr spitzen Zähnen, wie sie Katzen haben, bieten die Handschuhe für
die technische Hilfeleistung oder selbst die dickeren Handschuhe für die
Brandbekämpfung der Feuerwehr wenig Schutz.
Spezielle Handschuhe schützen
Um
vor Beißattacken besser geschützt zu sein, sollten spezielle Handschuhe zur Verfügung
stehen und verwendet werden. Diese, meist aus Leder hergestellten Handschuhe,
besitzen eine höhere Durchstichfestigkeit und eine deutlich längere Stulpe als
die Standard-Feuerwehrhandschuhe. Das hohe Schutzniveau hat aber auch
Nachteile: Die motorische Fingerfertigkeit und -flexibilität ist mit diesen
Handschuhen erheblich eingeschränkt.
Dennoch sollte auf diese Handschuhe nicht verzichtet werden, denn ein Katzenbiss kann zu schweren Infektionen führen. Durch die Zähne, welche ähnlich einer Nadelspitze wirken, entstehen tiefe Punktionen. Diese können dazu führen, dass der infektiöse Speichel vor allem an den Händen, wo die Haut sehr dünn ist, bis in das Muskelgewebe, die Sehnen und Knochen oder den Gelenkspalt gelangt. Hierbei werden auch Keime unter die Haut gebracht, die anaerob (sprich ohne Sauerstoff) überleben. Schließt sich die Wunde, so können sich die Keime an den Sehnen und an Sehnenscheiden entlang in den Körper ausbreiten. Dann wird mitunter ein chirurgischer Eingriff erforderlich, um Schlimmeres zu verhindern. Katzenbisse sind daher keine Bagatelle, sondern bedürfen im Regelfall einer umgehenden ärztlichen Behandlung. Nicht selten sind Komplikationen mit Entzündungen und langwierige Heilungsprozesse zu beobachten.
Abschließend sei auch auf den Gesichtsschutz (Helmvisier) nochmals deutlich hingewiesen: Da z.B. Katzen mit ihren Krallen in das Gesicht langen können, müssen vor allem die Augen- und Gesichtspartien geschützt werden.
Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord)
Kontakt und Ansprechpersonen
Email: infobreak@hfuk-nord.de
Zentrale Postadresse: Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord
Bertha-von-Suttner-Straße 5
19061 Schwerin
Institutionskennzeichen: 121 390 059