Herzschlag für die Sicherheit: Warum Rauchen der größte Risikofaktor für Einsatzkräfte ist

24.08.2026

Im Rahmen ihrer Initiative „Herzgesunde Feuerwehren“ macht die HFUK Nord auf das wichtigste Organ des Menschen aufmerksam und informiert über gesundheitliche Prävention bei Feuerwehrangehörigen. In regelmäßig wiederkehrenden Kurzmeldungen werden fortan unter dem Motto „Herzschlag für die Sicherheit“ verschiedene Themen zur Herzgesundheit aufgegriffen. In diesem Beitrag geht es um das Thema „Rauchen“.

Die gesundheitsschädlichen Wirkungen vom Rauchen können für den Feuerwehrdienst eine Gefahr darstellen. (Bild: Jens-Oliver Mohr / HFUK Nord)zoom
Die gesundheitsschädlichen Wirkungen vom Rauchen können für den Feuerwehrdienst eine Gefahr darstellen. (Bild: Jens-Oliver Mohr / HFUK Nord)

Im Rahmen ihrer Initiative „Herzgesunde Feuerwehren“ macht die HFUK Nord auf das wichtigste Organ des Menschen aufmerksam und informiert über gesundheitliche Prävention bei Feuerwehrangehörigen. In regelmäßig wiederkehrenden Kurzmeldungen werden fortan unter dem Motto „Herzschlag für die Sicherheit“ verschiedene Themen zur Herzgesundheit aufgegriffen. In diesem Beitrag geht es um das Thema „Rauchen“. 

Der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr fordert den Körper in Ausnahmesituationen extrem. Ein gesundes Herz-Kreislauf- und funktionierendes Atmungssystem sind dabei die Lebensversicherung der Feuerwehrangehörigen. Der Konsum von klassischen und modernen Nikotinprodukten wie Zigaretten, Vapes oder Kautabak wirkt sich auf Herz und Lunge jedoch negativ aus. Die Folge: Die Kombination aus einsatzbedingtem Stress und Nikotinkonsum birgt hohe Risiken, die oft unterschätzt werden. 

Adrenalin und Gefäßverengung – ein verhängnisvolles Duo
Ein plötzlicher Alarm lässt den Blutdruck und die Herzfrequenz sofort nach oben schnellen. Wer raucht, unabhängig, ob Tabak oder E-Zigaretten, setzt sein Herz unter zusätzlichen Druck, denn Nikotin verengt und versteift die Gefäße, während der Stress den Puls hochtreibt. Das Herz muss also gegen einen massiven Widerstand anpumpen, um das Blut „in die Bahnen“ zu bekommen. Es kommt zudem zu einem Blutdruckanstieg. Darüber hinaus erschwert das beim Rauchen eingeatmete Kohlenmonoxid den Sauerstofftransport im Blut. Unter Atemschutz kann dies zu einer gefährlichen Unterversorgung von Muskeln und Herz führen. Außerdem lassen die Hitze beim Brandeinsatz und der Flüssigkeitsmangel aufgrund des Schwitzens das Blut dicker werden. Da das Rauchen zusätzlich die Blutgerinnung fördert, steigt in dem Zusammenhang das Risiko für akute Gefäßverschlüsse. All diese Faktoren können schlimme Folgen haben:

  • Es steigt die Gefahr für Herzinfarkte.
  • Die Belastbarkeit wird eingeschränkt und somit die Einsatzfähigkeit reduziert.
  • Es kommt zu Herzrhythmusstörungen.
  • Die Unfallgefahr steigt generell auf Grund auftretender schnellerer Erschöpfung und Unkonzentriertheit.
Bild: Jens-Oliver Mohr / HFUK Nordzoom
Bild: Jens-Oliver Mohr / HFUK Nord

Die Zigarette als trügerischer Ausgleich und Beruhigung

Neben diesen Vorgängen im Körper und Organismus kommt erschwerend hinzu, dass Rauchen oftmals als Ventil gegen Stress genutzt wird. Das Rauchen scheint im ersten Moment eine „Wohltat“ zu sein, stellt sich jedoch auf lange Sicht als denkbar gesundheitsschädlich heraus. Das Rauchen schleicht sich ein als vermeintlich gutes Mittel zur Stressbewältigung, da es Strapazen vergessen lässt und Angstgefühle reduziert (PSNV, siehe auch hier ... ). Da sei zum einen die die „Beruhigungs-Zigarette“ genannt, bei der das Nikotin für ein schnelles, aber kurzes Belohnungsgefühl im Gehirn sorgt. Zum anderen spielt der „Glimmstengel“ auch in puncto Kameradschaft eine Rolle, denn das gemeinsame Stehen nach dem Dienst fördert Rituale. Die Zigarette ist dabei auch soziales Bindeglied, was den Ausstieg nochmal erschwert. 

Suchtverhalten gemeinsam angehen
Wer im Einsatz das Leben anderer schützt, muss zuerst das eigene Herz schützen. Sowohl als Betroffener als auch als Feuerwehrgemeinschaft kann man bei diesem sensiblen Thema gemeinsam gegensteuern: 

  • Die persönliche Verhaltensänderung mit dem Ziel der Rauchentwöhnung steht dabei an erster Stelle, denn es müssen Muster erkannt, neue Wege und Alternativen sowie Vorkehrungen für evtl. Rückfälle eingeplant werden.
  • Gezielte Aktivitäts- und Entspannungsangebote helfen, Stress natürlich abzubauen und das Herz-Kreislauf-System zu stärken. Hierfür eignen sich im besonderen Maße ausdauerorientierte Sportarten, Atemübungen und Progressive Muskelentspannung. 
  • Durch das Einrichten von rauchfreien Zonen im Feuerwehrhaus und an den Fahrzeugen werden auch die Nichtraucher und Nichtraucherinnen geschützt.
  • Das Thema Suchtprävention gehört schon in die Jugendfeuerwehr. Daher sollte hier Aufklärungsarbeit vorangetrieben werden. Erwachsene sind hier Vorbilder für den Feuerwehrnachwuchs! 
  • Seitens des Führungspersonals sollte mit dem Thema Suchtverhalten sensibel umgegangen werden und gezielt Unterstützung angeboten werden. Wer aufhören möchte, findet zudem professionelle und kostenfreie Hilfe bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter rauchfrei-info.de

Herzgesundheit ist ein zentraler Baustein für die Leistungsfähigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr. Der Verzicht auf Zigaretten ist einer der wirksamsten Schritte, um Herz und Lunge zu schützen – und damit auch die Leistungsfähigkeit und Sicherheit im Team zu stärken. 

Neben dem Konsum von Nikotin können auch Alkoholkonsum oder der Konsum von Drogen oder Aufputschmitteln eine Rolle spielen. Weitere Informationen zur Suchtprävention können Sie hier auf den Seiten der DGUV nachlesen. Insbesondere das Thema Cannabis ist mit der Teillegalisierung im April 2024 von möglicher Relevanz. Informationen speziell zur Teillegalisierung von Cannabis können hier eingeholt werden. 

„Herzgesunde Feuerwehren“ – Die Initiative der HFUK Nord
Die HFUK Nord hat in den Jahren 2026 und 2027 als besonderen Präventionsschwerpunkt die Initiative „Herzgesunde Feuerwehren“ ins Leben gerufen. Diese Aktion hat einen besonderen, ernsten Hintergrund: Der Feuerwehrdienst kann dem Körper alles abverlangen und die jeweilige Einsatzkraft bis an die Grenzen ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit bringen. Daher ist ein starkes Herz der wichtigste Baustein, um gesund und fit zu bleiben. Prävention beginnt dabei schon vor dem Alarm: Nur wer auf seine eigene Herzgesundheit achtet, kann den Belastungen Stand halten. Sich vor Erkrankungen oder Unfällen zu schützen, bedeutet auch, sich vor Überlastung zu schützen und sein Risiko durch regelmäßige Vorsorge zu minimieren. Sicherheit beginnt bei der persönlichen Fitness und Gesundheit. 

Die HFUK Nord wird daher mit geeigneten Aktionen und Empfehlungen dazu beitragen, gesundheitsförderliche Verhaltensweisen zu vermitteln und somit die eigene Gesundheit zu stärken. Weitere Informationen können auf unserer Themenseite zur Herzgesunden Feuerwehr nachgelesen werden.

Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord)

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