Initiative „Herzgesunde Feuerwehr“ gestartet: Feuerwehrkräfte fassen sich ein Herz!

20.04.2026

Im Rahmen des Führungskräfteseminars in Lübeck startete die HFUK Nord Ende März ihre Initiative „Herzgesunde Feuerwehr“. Am zweiten Seminartag wurden den interessierten Teilnehmenden neben aufschlussreichen Fachvorträgen insbesondere verschiedene Mitmach-Aktionen angeboten. Sie erhielten viele interessante Informationen rund um das wichtigste Organ des Körpers und erfuhren, wie man als Feuerwehrangehörige selbst die Herzgesundheit positiv beeinflussen kann. Der bunte Mix aus Theorie und Praxis kam bei den Teilnehmenden sehr gut an und so konnte die Auftaktveranstaltung der Initiative als voller Erfolg verbucht werden.

Die Seminarteilnehmenden testen ihre Ausdauer auf den Fitnessbikes. (Bild: Christian Heinz / HFUK Nord)zoom
Die Seminarteilnehmenden testen ihre Ausdauer auf den Fitnessbikes. (Bild: Christian Heinz / HFUK Nord)

Im Rahmen des Führungskräfteseminars in Lübeck startete die HFUK Nord Ende März ihre Initiative „Herzgesunde Feuerwehr“. Am zweiten Seminartag wurden den interessierten Teilnehmenden neben aufschlussreichen Fachvorträgen insbesondere verschiedene Mitmach-Aktionen angeboten. Sie erhielten viele interessante Informationen rund um das wichtigste Organ des Körpers und erfuhren, wie man als Feuerwehrangehörige selbst die Herzgesundheit positiv beeinflussen kann. Der bunte Mix aus Theorie und Praxis kam bei den Teilnehmenden sehr gut an und so konnte die Auftaktveranstaltung der Initiative als voller Erfolg verbucht werden.

Zu Beginn dieses besonderen Veranstaltungstages im Rahmen des Seminars für Kreissicherheitsbeauftragte und -wehrführungen sowie Bereichssicherheitsbeauftragte und -wehrführungen (kurz KSiBe-Seminar) aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hießen der stellvertretende Geschäftsführer Christian Heinz und der Projektverantwortliche Jens-Oliver Mohr der HFUK Nord die Teilnehmenden (im wahrsten Sinne des Wortes) herzlich willkommen und stellten die Initiative mit ihren Beweggründen vor. „Sich dieser Thematik zu widmen und gesundheitliche Prävention zu betreiben, ist lebenswichtig. Denn ohne ein starkes und gesundes Herz kann es zu Risiken und Gefahren im Feuerwehrdienst kommen“, lautete die Zusammenfassung der beiden Referenten in ihrem KickOff-Vortrag.

Die Landesfeuerwehrärztin Dr. Bunke mit fachlichen Erläuterungen beim Messen der Herzfrequenz und des Blutdrucks (Bild: Christian Heinz / HFUK Nord)zoom
Die Landesfeuerwehrärztin Dr. Bunke mit fachlichen Erläuterungen beim Messen der Herzfrequenz und des Blutdrucks (Bild: Christian Heinz / HFUK Nord)

„Im Grunde kann das menschliche Herz mit einer Tragkraftspritze verglichen werden“, erklärte Dr. Patricia Bunke (Landesfeuerwehrärztin Mecklenburg-Vorpommern) in ihrem Vortrag. Was für die TS gilt, sollte auch für das Herz berücksichtigt werden: Eine regelmäßige Wartung und dauerhafte Pflege sichert die Funktionsfähigkeit und gibt Sicherheit bei Übung und Einsatz. Diese Aussage durfte von den Teilnehmenden nicht nur als praxisnahe Formulierung betrachtet, sondern auch selbst kritisch hinterfragt werden. Kümmert sich jede und jeder Feuerwehrangehörige ausreichend um seine bzw. ihre eigene Herzgesundheit? Was passiert eigentlich, wenn man „die Pumpe“ dauerhaft überlastet oder wenn man sie dauerhaft pflegt? Solche und ähnliche Fragen wurden in dem ersten Fachvortrag aufgeworfen. Dr. Bunke zeigte auf, was hinsichtlich Bewegung, Ernährung und An- und Entspannung förderlich für das Herz ist. 

Denn, wenn es mal nicht rund läuft oder man dauerhaft Probleme am oder mit dem Herzen nicht erkennt, sie schlimmstenfalls sogar ignoriert, kann es schnell zu Risiken und Unfällen im Einsatz- oder Übungsdienst kommen. Dies verdeutlichte der zweite Vortrag, bei dem über einen Vorfall im Feuerwehrdienst gesprochen wurde. In Interviewform wurde ein Fall besprochen, bei dem es zu einem Herzinfarkt bei einem Feuerwehrmann während eines Einsatzes gekommen war. Wie bei vielen anderen Fällen kann auch hier von „nochmal Glück gehabt“ die Rede sein. Als es zu dem Vorfall kam, konnten geschulte Rettungskräfte, die ohnehin am Einsatzort dabei waren, umgehend Erste Hilfe leisten. Dies betont in besonderem Maße, wie wichtig in solchen Fällen fachgerechte Ersthelfermaßnahmen sind. Für das Interview standen Dr. Bunke und Experten aus den Sachgebieten Prävention und Reha/Leistungen der HFUK Nord (Dirk Rixen und Stefan Eibisch) zur Verfügung.

Hilfreiche Tipps, herzgesunde Kochrezepte und ein Quiz gab es an der Station „Ernährung“. (Bild: Christian Heinz / HFUK Nord) zoom
Hilfreiche Tipps, herzgesunde Kochrezepte und ein Quiz gab es an der Station „Ernährung“. (Bild: Christian Heinz / HFUK Nord)

Praxisteil und Mitmach-Aktionen
Im Anschluss folgte ein umfangreicher Praxisteil mit verschiedenen Mitmach-Aktionen, die sich mit der Herzgesundheit aus unterschiedlichen Blickwinkeln befassten. Hierbei konnte man nicht nur selbst ausprobieren, sondern sich zugleich auf Herzgesundheit testen lassen. Die Stationen der Mitmach-Aktionen reichten von Bewegung (Fitnessbike fahren und Übungen mit einem Anti-Stressball), über Entspannung (spezifische Stressregulation) und Ernährung (Beratungsangebot, Ernährungsquiz und herzgesunde Kochrezepte) bis hin zu einem Kompakt-Check-Up (medizinische Überprüfung von Blutdruck und Herzfrequenz). Bei allen Stationen gab es eine aktive und rege Teilnahme und am Ende des Praxisteils fühlten sich alle Teilnehmenden gut informiert. 

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Fachvortrag von PD Dr. Klaas Franzen, Arzt in der Tabakambulanz des UKSH (Lübeck) und zugleich Feuerwehrmann aus Reinfeld. Er referierte neben der grundsätzlichen Suchtproblematik im Zusammenhang mit dem Rauchen (und Vapen) auch über die spezifischen Folgen und Risiken für Feuerwehrangehörige. Dabei standen vor allem die Nikotinwirkung auf den Körper und die daraus folgenden Schädigungen für das Herz im Mittelpunkt. „Gerade das Rauchen fördert besonders die Gefäßverkalkung und stellt damit ein hohes Risiko für Herzinfarkte dar“, so PD Dr. Franzen. Dass es allerdings nie zu spät ist, das Rauchen zu beenden und einen gesünderen Lebensstil zu verfolgen, sei einfacher als gedacht. Es hat schon innerhalb kürzester Zeit positive Folgen für Lunge, Gefäße und Herz, so dass jede Einsatzkraft profitiert, die sich bisher zu den sogenannten „Glimmstengeln“ hingezogen fühlte. 

Mit der richtigen Technik beim Nutzen des Anti-Stress-Balls die Anspannung lösen. (Bild: Christian Heinz / HFUK Nord)zoom
Mit der richtigen Technik beim Nutzen des Anti-Stress-Balls die Anspannung lösen. (Bild: Christian Heinz / HFUK Nord)

Nach den abwechslungsreichen und informativen Einheiten mit dem Schwerpunkt „Herzgesundheit in den Feuerwehren“ schloss HFUK Nord-Präventionsleiter Dirk Rixen sichtlich erfreut die Veranstaltung. Er betonte, dass jeder und jede am Ende im besonderen Maße selbst verantwortlich für die Gesundheit sei und dass dies auch zur sicheren und unfallfreien Durchführung des Feuerwehrdienstes beitrage. 

Die HFUK Nord wird die Initiative „Herzgesunde Feuerwehr“ nach diesem Auftakt im laufenden Jahr weiter ausführen und den Feuerwehren verschiedene Aktionen und Angebote bieten, um auf das Thema aufmerksam zu machen und sich aktiv damit zu befassen. Weitere Informationen können unter https://www.hfuknord.de/hfuk/praevention/fachthemen/fitforfire-und-jffit/herzgesundheit.php nachgelesen werden.

Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord)

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