Forstarbeiterhelme: Gebrauchsdauer im Blick haben

05.03.2026

Feuerwehrkräfte sind bei Einsätzen vielfältigen Gefahren ausgesetzt – herabfallende Trümmer, Hitze, Rauch und chemische Stoffe fordern nicht nur den Menschen, sondern auch die Schutzausrüstung, insbesondere den Schutzhelm. Ein zuverlässiger Schutzhelm ist die Voraussetzung, um Verletzungen am Kopf zu vermeiden und die Einsatzfähigkeit zu gewährleisten. Das gilt im Falle der Feuerwehren auch für die Forstarbeiterhelme. Dabei spielt nicht nur das Tragen eines Helmes eine Rolle, sondern auch dessen Material, Pflege und rechtzeitiger Austausch. In diesem Artikel schildern wir, worauf bei Industrieschutz- und Forstarbeiterhelmen geachtet werden muss.

Industrieschutzhelm mit Schutzgitter und Gehörschutz (Bild: Jürgen Kalweit / HFUK Nord)zoom
Industrieschutzhelm mit Schutzgitter und Gehörschutz (Bild: Jürgen Kalweit / HFUK Nord)

Feuerwehrkräfte sind bei Einsätzen vielfältigen Gefahren ausgesetzt – herabfallende Trümmer, Hitze, Rauch und chemische Stoffe fordern nicht nur den Menschen, sondern auch die Schutzausrüstung, insbesondere den Schutzhelm. Ein zuverlässiger Schutzhelm ist die Voraussetzung, um Verletzungen am Kopf zu vermeiden und die Einsatzfähigkeit zu gewährleisten. Das gilt im Falle der Feuerwehren auch für die Forstarbeiterhelme. Dabei spielt nicht nur das Tragen eines Helmes eine Rolle, sondern auch dessen Material, Pflege und rechtzeitiger Austausch. Informationen zur Pflege und Wartungen gibt die DGUV Regel 112-193 Kopfschutz. Diese wurde überarbeitet und mit ihr die Anforderungen für den Austausch der Industrie- und Forstarbeiterhelme.

Forstarbeiter- und Industrieschutzhelme nach DIN EN 397 bestehen entweder aus thermoplastischen oder duroplastischen Kunststoffen. Beide Materialien haben spezifische Eigenschaften, die für die Anwendung im Feuerwehralltag eine Rolle spielen. 

Thermoplastische Helme 
Thermoplastische Helme sind empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, mechanischen Belastungen und chemischen Stoffen, denen Feuerwehrhelme während Einsätzen häufig ausgesetzt sind. Diese Belastungen können das Material schneller altern lassen und die Schutzfunktion beeinträchtigen. Daher wird empfohlen, dass thermoplastische Helme eine maximale Lebensdauer von 4 Jahren haben.

Kennzeichnungsvarianten Thermoplastischer Helme:

Bezeichnung Kurzzeichen
Polythylen PE
Polypropylen PP
Glasfaserverstärktes Polypropylen PP-GF
Polycarbonat PC
Glasfaserverstärktes Polycarbonat PC-GF
Polyamid PA
Galsfaserverstärktes Polyamid PA-GF
Acrylnitril-Butadien-Styrol ABS
Kennzeichnung des Herstellungsdatums und des Materials (Bild: Jürgen Kalweit / HFUK Nord)zoom
Kennzeichnung des Herstellungsdatums und des Materials (Bild: Jürgen Kalweit / HFUK Nord)

Duroplastische Helme 
Helmschalen aus duroplastischen Kunststoffen unterliegen kaum den schädigenden Einflüssen durch UV-Strahlung und sind unempfindlicher gegenüber hohen Umgebungstemperaturen und chemischen Einwirkungen. Sie weisen eine geringere Neigung gegenüber Versprödung auf, wodurch die Alterungsprozesse wesentlich langsamer ablaufen. Unter normalen Einsatzbedingungen wird eine Gebrauchsdauer von 8 Jahren empfohlen, sofern keine anderen Angaben durch den Hersteller gemacht werden. 

Kennzeichnungsvarianten duroplastischer Helme:

Bezeichnung Kurzzeichen
Faserverstärktes Phenol-Formaldehyd-Harz PF-SF
Glasfaserverstärktes ungesättigtes Polyesterharz UP-GF
Naturfaser-Poly-Anilin-Acetat PAA-NF

Auch vor Ablauf der maximalen Nutzungsdauer sind Helme mit sichtbaren Beschädigungen, Rissen oder Verformungen unverzüglich außer Dienst zu stellen. 

Somit ist es besonders wichtig, sowohl das Material als auch das Alter des Helmes zu kennen. Diese Angaben sind in der Regel auf einem Aufdruck oder Etikett im Inneren des Helmes sowie in der Herstellerbroschüre zu finden.

Knacktest zur Überprüfung des Helmes (Bild: Dirk Rixen / HFUK Nord)zoom
Knacktest zur Überprüfung des Helmes (Bild: Dirk Rixen / HFUK Nord)

Der Knacktest 
Der Knacktest ist ein einfacher Test zur Überprüfung der Versprödung von Kunststoffschutzhelmen. Dazu wird die Helmschale seitlich leicht eingedrückt oder gebogen. Hört man dabei mit angelegtem Ohr Knister- oder Knackgeräusche, sollte der Helm ausgetauscht werden, um die Schutzwirkung zu gewährleisten. Dieser Test dient zur Überprüfung innerhalb der Gebrauchsdauer, kann aber nicht mehr zur Verlängerung der Lebensdauer herangezogen werden. 

Die Lebensdauer beschreibt die Zeitspanne vom Herstellungsdatum bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Schutzfunktion aufgrund der Alterung nicht mehr gewährleistet werden kann. 

Die Gebrauchsdauer beschreibt den maximal möglichen Zeitraum der Benutzung. Sie kann von der Lebensdauer abweichen und kürzer ausfallen. 

Sowohl die Lebensdauer als auch die Gebrauchsdauer variieren je nach Hersteller und Helmtyp bzw. Helmmodell. Informationen über die Lebens- oder Gebrauchsdauer von Kopfschutz sowie deren Bestandteile sind der Anleitung des Herstellers zu entnehmen und zu beachten.

Die Einhaltung der Gebrauchsdauer und regelmäßige Kontrolle der Forstarbeiter und Industrieschutzhelme sind daher entscheidend, um im Einsatz bestmöglichen Schutz zu garantieren und das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord)

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