14.09.2026
Wer krebserzeugende, keimzellmutagene oder reproduktionstoxische Gefahrstoffe der Kategorie 1A oder 1B verwendet, ist nach der Gefahrstoffverordnung verpflichtet, Beschäftigte, die diesen Stoffen ausgesetzt waren, namentlich zu erfassen und die Expositionsbedingungen zu dokumentieren. Diese Aufzeichnungen sind mindestens 40 Jahre aufzubewahren. Die DGUV stellt hierfür mit der Zentralen Expositionsdatenbank eine kostenfreie, webbasierte Plattform zur Verfügung. Um Doppeldokumentationen zu vermeiden, wurde nun eine neue Schnittstelle zwischen bestimmten Feuerwehr-Verwaltungsprogrammen und der ZED eingerichtet.
Wer krebserzeugende, keimzellmutagene oder reproduktionstoxische Gefahrstoffe der Kategorie 1A oder 1B verwendet, ist nach der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) verpflichtet, Beschäftigte, die diesen Stoffen ausgesetzt waren, namentlich zu erfassen und die Expositionsbedingungen zu dokumentieren. Diese Aufzeichnungen sind mindestens 40 Jahre aufzubewahren – eine Anforderung, die angesichts der langen Latenzzeiten von Berufskrankheiten wie Krebs zwingend erscheint.
Für Feuerwehrangehörige ist diese Pflicht seit Längerem relevant, da bei Brandeinsätzen regelmäßig Kontakt mit krebserzeugenden Verbrennungsprodukten entsteht – darunter polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Benzol und weitere kanzerogene Substanzen. Die Exposition ist damit kein theoretisches Risiko, sondern tritt im Einsatzalltag auf.
Die ZED: kostenfreies Werkzeug der DGUV
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stellt mit der Zentralen Expositionsdatenbank (ZED) eine kostenfreie, webbasierte Plattform zur Verfügung, über die Unternehmen und Einrichtungen Expositionsdaten ihrer Beschäftigten rechtskonform erfassen und langfristig sichern können. Die ZED übernimmt damit die gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrungsfunktion – auch über Betriebsschließungen oder Umstrukturierungen hinaus.
Für Feuerwehren, die dem Zuständigkeitsbereich der Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord) angehören, ist bei der Registrierung in der ZED die Gemeindekennzahl als Unternehmensnummer anzugeben. Diese Kennung stellt die korrekte Zuordnung der dokumentierten Expositionen sicher.
Das Problem: Doppelter Dokumentationsaufwand
In der Praxis standen viele
Feuerwehren bislang vor einem organisatorischen Problem: Einsätze werden
bereits vollständig im jeweiligen Feuerwehr-Verwaltungsprogramm dokumentiert.
Die Erfassung von Gefahrstoffexpositionen erforderte jedoch zusätzlich einen
manuellen Wechsel in die ZED-Oberfläche – mit erneuter Dateneingabe, die de
facto eine doppelte Dokumentation desselben Vorgangs bedeutete.
Eine konsequente und vollständige Umsetzung der Dokumentationspflicht wurde dadurch erschwert.
Lösung: Direkte Schnittstellen zu FOX112 und Dräger ZMS
Dieser Doppelaufwand gehört nun
– zumindest für Nutzerinnen und Nutzer bestimmter Verwaltungsprogramme – der
Vergangenheit an. Sowohl FOX112 als auch das Dräger Zentrale Management System
(ZMS) bieten inzwischen eine direkte Schnittstelle zur ZED an. Das Prinzip
dahinter ist einfach:
Damit entfällt das parallele Arbeiten in zwei Systemen. Feuerwehren können die gesetzliche Dokumentationspflicht vollständig im vertrauten Arbeitsumfeld erfüllen und profitieren gleichzeitig von der sicheren, langfristigen Datenhaltung der ZED.
Fazit
Die Anbindung von Feuerwehr-Verwaltungsprogrammen an die ZED ist ein sinnvoller Schritt, um die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung mit dem ehrenamtlichen Alltag in Einklang zu bringen. Wer FOX112 oder Dräger ZMS nutzt, sollte die Schnittstelle aktivieren. Der Aufwand für alle künftigen Einsatzdokumentationen verringert sich dadurch spürbar.
Die HFUK Nord ist seit vielen Jahren bestrebt, das Thema Schnittstellen der Feuerwehr-Verwaltungsprogramme zur ZED voranzutreiben. Umso mehr freut es uns, dass dies nun zunehmend umgesetzt wird. Feuerwehren, die andere Verwaltungsprogramme einsetzen, sollten beim jeweiligen Anbieter nach vergleichbaren ZED-Schnittstellen anfragen.
Info:
Registrierung in der ZED für HFUK-Nord-Mitglieder
Bei der Registrierung in der ZED ist als
Unternehmensnummer die Gemeindekennzahl der jeweiligen Kommune anzugeben.
Fragen zur ZED-Nutzung beantwortet die HFUK Nord. Bei Problemen der Übertragung
oder anderen Systembedingen Problemen helfen die Anbieter von FOX 112 und
Dräger ZMS.
Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord)
Kontakt und Ansprechpersonen
Email: infobreak@hfuk-nord.de
Zentrale Postadresse: Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord
Bertha-von-Suttner-Straße 5
19061 Schwerin
Institutionskennzeichen: 121 390 059