Neue Unfallverhütungsaktion "Richtig absitzen"

Bild: Martin Schulze / HFUK Nordzoom
Bild: Martin Schulze / HFUK Nord

Rückwärts, immer - mit 3-Punkte-Halt!

Da es immer wieder zu schweren Unfällen beim Absitzen vom Feuerwehrfahrzeug kommt, wollen die Feuerwehr-Unfallkassen FUK Mitte, HFUK Nord und FUK Brandenburg dem Unfallgeschehen jetzt mit einer gezielten Aktion entgegentreten. Dafür wurden ein Videoclip, Sticker für die Fahrzeugtüren sowie weitere Materialien produziert.

Das Feuer wurde erfolgreich bekämpft, der Einsatz abgearbeitet. Die Ausrüstung ist wieder verstaut. Es geht zurück zum Feuerwehrhaus. Dort angekommen, Fahrzeugtüren auf, schnell abgesessen und rüber in die Umkleide. AUA! Das war wohl etwas zu schnell und auch noch völlig verkehrt! Heinrich macht einen großen Schritt, will vorwärts aus dem Fahrzeug aussteigen und rutscht von der Trittstufe ab. Mit voller Wucht kommt er aus großer Höhe mit einem Bein auf dem Boden auf. Höllische Schmerzen durchfahren ihn, als sein Sprunggelenk umknickt und sich sein Knie verdreht.

Zeitsprung 10 Sekunden zurück. Am Feuerwehrhaus angekommen, Fahrzeugtüren auf, schnell abgesessen und rüber in die Umkleide. Heinrich gerade will aussteigen, vorwärts… Oh Mann, was macht er da…? denken Svenja und Richard, die beiden „Dreikäsehochs“ der Jugendfeuerwehr seiner FF, und schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Sie können gar nicht glauben, was sie da sehen. Da müssen wir eingreifen! Sie bewahren Heinrich gerade noch davor, den ersten Schritt zu machen. Sie gehen auf ihn zu und erklären ihm, wie man richtig aussteigt, nämlich RÜCKWÄRTS und mit DREI-PUNKTE-HALT. Svenja und Richard wissen wie man´s richtig macht. Das haben sie schließlich alles schon bei der Jugendfeuerwehr gelernt.

Der neue Videoclip der Feuerwehr-Unfallkassen zeigt anschaulich und mit einem Augenzwinkern, wie einfach die Unfallverhütung sein kann. Selbst die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr haben das richtige Auf- und Absitzen bereits verinnerlicht und zeigen den erfahrenen Kameraden, wie richtig vom Feuerwehrfahrzeug abgesessen wird.

Denn beim Auf- und Absitzen von Feuerwehrfahrzeugen kommt es immer noch zu zahlreichen Unfällen, egal ob die Feuerwehr mit modernsten Fahrzeugen fährt oder mit „Oldtimern“ unterwegs ist. Die Routine beim Absitzen wird schnell zur Gefahr, wenn die Konzentration zu kurz kommt. Das Ergebnis sind oft Verletzungen mit mehreren Wochen Krankschreibung.

Aus diesem Grund haben die Feuerwehr-Unfallkassen das Thema wieder aufleben lassen und in einem viralen Videoclip verarbeitet. Zudem gibt es Sticker für die Fahrzeugtüren und weitere Materialien. Mit der Aktion wollen wir die Feuerwehren dafür sensibilisieren, mehr auf das sichere Absitzen zu achten.

Die Gründe, warum es beim Absitzen zu Unfällen kommt sind vielfältig. Häufig wird vorwärts abgesessen oder gar vom Fahrzeug abgesprungen, Unebenheiten am Boden werden nicht erkannt aufgrund von schlechter Sicht bzw. Dunkelheit aber auch Mängel am Fahrzeug, wie unsichere Trittflächen, fehlende oder nicht optimal angeordnete Ein- bzw. Ausstiegshilfen, tragen dazu bei.

Probleme der Zukunft

Herausklappende Trittstufen für den sicheren Ein- und Ausstieg (Bild: Jürgen Kalweit / HFUK Nord)zoom
Herausklappende Trittstufen für den sicheren Ein- und Ausstieg (Bild: Jürgen Kalweit / HFUK Nord)

Gerade die Feuerwehrfahrzeuge der neuen Generationen stellen die Feuerwehrangehörigen vor neue Anforderungen. Serienfahrgestelle sind heute sehr komplex in ihrer Technik. Um die Anforderungen aus der Abgasnorm Euro 6 einzuhalten, braucht es Bauraum und der wirkt sich erheblich auf die Aufbaugestaltung aus. Die Fahrzeuge und Aufbauten werden immer höher. Teilweise müssen nun bis zu fünf Stufen verbaut werden, um in die Mannschaftskabine zu gelangen. Gleiches gilt für Fahrzeuge mit Allradantrieben. Zudem wird der Platz für Stufen und Tritte geringer. Ein schmaler Aufstieg trägt somit nicht zur Sicherheit beim Auf- und Absitzen bei.

Wenn Hektik, Eile und Unkonzentriertheit hinzukommen, wenn die Einsatzkräfte mit dem Kopf schon beim Einsatz sind, werden die Gefährdungen noch begünstigt.

Natürlich ist bei Einsätzen oft Eile geboten – doch die eigene Sicherheit geht ganz klar vor! Oft sind zu Beginn eines Einsatzes nicht genug Feuerwehrangehörige vor Ort, oft fehlt eine ausreichende Anzahl an Atemschutzgeräteträgern. Wenn jetzt auch noch verfügbare Einsatzkräfte oder Führungskräfte verunfallen, bevor sie tätig werden können, dann ist der Einsatzerfolg noch fraglicher. Ein Einsatz kommt meist plötzlich, auch in Momenten, die nicht so gut passen. Dann ist der Kopf nicht frei, die Gedanken kreisen um den Einsatz, der gleich losgeht. Und zu leicht wird zu wenig an die eigene Sicherheit gedacht. Dabei ist dies kein Egoismus, denn nur wer heil am Einsatzort ankommt, kann letzten Endes auch eingesetzt werden, um zu helfen. Unfälle beim Absitzen ereignen sich jedoch nicht nur im Rahmen von Einsätzen. Selbst wenn keine Eile geboten ist, passiert es. Die Gefahren beim Absitzen werden durchaus unterschätzt.

Unfälle beim Absitzen mit einfachsten Mitteln vermeiden
Das aller Wichtigste: Das Feuerwehrfahrzeug wird immer rückwärts unter Nutzung der vorhandenen Haltegriffe und Trittstufen verlassen, mit dem so genannten DREI-PUNKTE-HALT.

Sicher Absitzen
Sicher Absitzen
Sicher Absitzen
 

Bilder: FUK Mitte / Neumeister Werbeagentur, Dirk Rixen / HFUK Nord

Dazu gehört, dass beide Hände die Griffe erfassen und ein Fuß auf der Trittfläche einen sicheren Auftritt gefunden haben muss. In Feuerwehrfahrzeugen mit mehrstufigen Auftritten müssen Haltegriffe und Haltestangen so angeordnet sein, dass sich eine Person jeweils gleichzeitig an drei Punkten abstützen bzw. festhalten kann. 

Um die Gefährdung beim Ein- und Aussteigen bei Stufenzugängen in den Mannschaftsraum mit Atemschutzgeräten zu reduzieren, muss bei Fahrzeugen der Kategorien 2 und 3 (geländefähige bzw. geländegängige Fahrzeuge) sowie der Kategorie 1 (nur straßenfähig) ab der Massenklasse MII (neun bis 14 Tonnen Gesamtmasse) der horizontale Abstand zwischen den Vorderkanten zweier aufeinanderfolgender Stufen mehr als 150 mm betragen.

Ein Auf- bzw. Abspringen ist auf jeden Fall zu unterlassen. Gerade beim Abspringen und Aufkommen mit PSA und Pressluftatmer wirkt ein Vielfaches des Körpergewichtes auf Knochen, Bänder und Gelenke. Zur Erinnerung sollte der Einheitsführer zur Abwechslung mal nicht „Absitzen“ sondern „Rückwärts Absitzen“ befehlen.

Bild: FUK Mitte / Neumeister Werbeagenturzoom
Bild: FUK Mitte / Neumeister Werbeagentur

Unser neuer Videoclip soll genau darauf aufmerksam machen. Und damit das sichere Absitzen auf der Anfahrt nicht vergessen wird, liegen dieser Ausgabe des Sicherheitsbriefes Sticker für die Fahrzeugtüren bei, die an die richtige Vorgehensweise erinnern sollen. Wird der QR-Code auf dem Sticker eingelesen, gelangt man zur Aktionsseite „Richtig Absitzen“, auf der auch der Videoclip zu finden ist.

Also beim Auf- oder Absitzen keine Hektik aufkommen lassen und gut fest halten, getreu dem Motto „VORWÄRTS NIMMER! RÜCKWÄRTS IMMER!“

Hier ...  können Sie sich den neuen Videoclip als MPEG-Datei herunterladen.

Viele nützliche Informationen zum Auf- und Absitzen von Feuerwehrfahrzeugen können Sie auch in dem Stichpunkt Sicherheit zum Thema nachlesen. Sie finden unsere Stichpunkte Sicherheit im Download-Bereich "Prävention".

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