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Stress-Reaktionen und Symptome

Vor allem bei als besonders belastend erlebten Ereignissen kann es zu ungewohnten Reaktionsweisen von Feuerwehrangehörigen und anderen Betroffenen kommen. Die folgende Übersicht gibt Ihnen einen kurzen Überblick.

Mögliche Reaktionen und Symptome*:


Physisch (körperlich)
z.B. Zunahme von Puls und Atmung, Herzrasen, Veränderung der Gesichtsfarbe, starkes Schwitzen, Veränderung des Tonfalls, Verschlechterung der Artikulation, unkontrollierte Bewegungen von Körperteilen, Muskelzittern, Übelkeit, Magenschmerzen, Erschöpfungserscheinungen, Schlafstörungen, Alpträume etc.

Emotional (gefühlsmäßig)
z.B. Trauer und überflutendes Mitleid angesichts des Geschehens, Schuldgefühle, Aggression gegen die Situation als solche, Gefühl genereller Ohnmacht, Traurigkeit und niedergedrückte Stimmung, Angstzustände etc.
 
Kognitiv (gedanklich)
z.B. eine bedrohlich aufbrechende Sinnfrage angesichts eines offensichtlich sinnlosen Geschehens, die abrupte Erkenntnis menschlicher – und damit eigener – Verwundbarkeit und Endlichkeit, Abschalten des Verstandes, blindes Agieren als Ausdruck kompletter Überforderung, Verlust bisheriger Glaubensgewissheit und Wertvorstellung etc.

Verhaltensbezogen (Handlungen)
z.B. überzogene Härte sich selbst und anderen gegenüber, Rückzug auf kindliche Verhaltensweisen, Erwartungshaltung an andere, Verlust des Gefahrenbewusstseins, Veränderung des Konsumverhaltens, Entwicklung von Süchten, Vernachlässigung sozialer Kontakte, Suizidgefahr etc.
 
Dies sind zunächst ganz normale Reaktionen auf ein unnormales Ereignis! 
Diese Reaktionen lassen häufig von Tag zu Tag und Woche zu Woche nach. 
Bestehen die Reaktionen und Symptome länger als vier Wochen, 
sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.



* nach: "Handbuch Psychische Belastungen im Feuerwehreinsatz“ von Frank Waterstraat, FUK Niedersachsen)

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