16.02.2026
Während eines Brandeinsatzes, bei dem mehrere Feuerwehren beteiligt waren, kam es zu einem schweren Unfall, beim Herausziehen einer Tragkraftspritze. Das Gerät stürzte auf einen Feuerwehrangehörigen und verletzte ihn schwer am Bein. Wir möchten in diesem Artikel den Hergang sowie die Unfallursache beschreiben sowie erläutern, welche Maßnahmen den Unfall verhindert hätten.
Während eines Brandeinsatzes, bei dem mehrere Feuerwehren beteiligt waren, kam es zu einem schweren Unfall, beim Herausziehen einer Tragkraftspritze. Das Gerät stürzte auf einen Feuerwehrangehörigen und verletzte ihn schwer am Bein. Wir möchten in diesem Artikel den Hergang sowie die Unfallursache beschreiben sowie erläutern, welche Maßnahmen den Unfall verhindert hätten.
Unfallhergang
Der später verletzte Feuerwehrangehörige begab
sich nach Alarmierung zunächst zum Feuerwehrhaus, um seine persönliche
Schutzausrüstung anzuziehen. Im Anschluss ging er zu Fuß zu der nahegelegenen
Einsatzstelle.
Als er an der dort eintraf, ging er zu dem kurz zuvor angekommenen LF 8 einer Nachbarwehr, welches in der Nähe eines Unterflurhydranten und neben einem Tiefspiegelbrunnen gehalten hatte. Es war vorgesehen, zunächst die Wasserversorgung über den Unterflurhydranten aufzubauen und dann den Brunnen mit der Tragkraftspritze (TS) zu nutzen.
Die Mannschaft stand vor dem Fahrzeug und machte sich ein Bild von der Lage. Zwischenzeitlich begab sich der Unfallverletzte zur eingeschobenen TS und wollte die Entnahme der Pumpe vorbereiten.
Er löste die Verriegelungen und wollte die Pumpe mit ihrem Schlitten aus dem Fahrzeug ziehen. Allerdings hat er die falschen Verriegelungen unter der TS geöffnet. Der Schlitten blieb im Fahrzeug und er zog die Tragkraftspritze, auf dem Schlitten rutschend, aus dem Fahrzeug heraus. Die Pumpe kippte aufgrund ihres hohen Schwerpunktes sehr schnell nach vorne auf den Unfallverletzten zu, fiel auf den Boden und traf den Feuerwehrangehörigen dabei so unglücklich, dass er mehrere Knochenbrüche am linken Bein davontrug.
TS wurde im Lauf der Jahre ersetzt
Bei dem Löschgruppenfahrzeug handelt es sich
um ein serienmäßig gefertigtes Fahrzeug der Firma Magirus aus dem Jahr 1980.
Die damals mitgelieferte Tragkraftspritze wurde durch eine Tragkraftspritze FOX
der Fa. Rosenbauer ersetzt. Diese Tragkraftspritze hat allerdings geschlossene
Kufen, in die keine Federsperrbolzen als Sicherung eingreifen konnten. Auch
eine vorhandene federgesicherte Fangeinrichtung konnte nicht eingreifen. Beide
Sicherheitsverriegelungen waren für Tragkraftspritzen mit seitlichen offenen
Kufen gedacht und haben die Vorgängerpumpe entsprechend gesichert.
Da die TS auf dem Schlitten nicht gesichert werden kann und sie einen hohen Schwerpunkt hat, ist es sehr leicht möglich, dass beim Herausziehen des sich absenkenden Schlittens, die Pumpe herunterrutscht oder bei Erreichen des Kipppunktes herunterkippt.
Lagerung nicht zulässig
Eine Lagerung
dieser Pumpe in einem alten, nicht angepassten Schlitten ist unzulässig und
birgt erhebliche Unfallgefahren. Ein korrekter Umbau oder die Verwendung einer
passenden Tragkraftspritze hätten hier erfolgen müssen. Bei einer korrekt
durchgeführten Sachkundigenprüfung nach § 57 (1) DGUV Vorschrift 71 Unfallverhütungsvorschrift „Fahrzeuge“ auf Betriebssicherheit des Fahrzeuges
hätte dieser Mangel auffallen und zur sofortigen Entfernung der Pumpe vom
Fahrzeug führen müssen.
Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord)
Kontakt und Ansprechpersonen
Email: infobreak@hfuk-nord.de
Zentrale Postadresse: Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord
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