02.02.2026
Von April bis Juni 2025 führte die HFUK Nord die bundesweite Online-Befragung „Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen von Feuerwehren im Umgang mit Extremwetterereignissen“ (kurz: SiGeFEx) durch. Mit 1.735 Rückmeldungen aus dem gesamten Bundesgebiet gab es einen großen Rücklauf. Es zeichnet sich ab, dass den Feuerwehren zwei Dinge besonders wichtig sind: Bessere Ausrüstung und mehr Ausbildung. In diesem Bericht stellen wir die ersten Erkenntnisse und Ableitungen aus der Auswertung von SiGeFEx dar. Eine ausführliche und detaillierte Berichterstattung folgt im weiteren Jahresverlauf.
Von April bis Juni 2025 führte die HFUK Nord die bundesweite Online-Befragung „Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen von Feuerwehren im Umgang mit Extremwetterereignissen“ (kurz: SiGeFEx) durch. Mit 1.735 Rückmeldungen aus dem gesamten Bundesgebiet gab es einen großen Rücklauf. Es zeichnet sich ab, dass den Feuerwehren zwei Dinge besonders wichtig sind: Bessere Ausrüstung und mehr Ausbildung. In diesem Bericht stellen wir die ersten Erkenntnisse und Ableitungen aus der Auswertung von SiGeFEx dar. Eine ausführliche und detaillierte Berichterstattung folgt im weiteren Jahresverlauf.
Die Erhebung wurde im Zeitraum 24.03.-07.06.2025 in Kooperation mit dem Institut IAG der DGUV anhand eines Online-Fragebogens, der 55 Fragen und Unterkategorien enthielt, umgesetzt. Im knapp drei Monate andauernden Zeitraum nahmen 1.735 Personen an der Befragung teil, dementsprechend viele Fragebögen konnten insgesamt ausgewertet werden. Dabei kam der Großteil der Rückmeldungen aus den Freiwilligen Feuerwehren (94%). Fast 60% der Teilnehmenden konnten dabei einen Erfahrungsschatz von über 20 Jahren Feuerwehrmitgliedschaft aufweisen und sind in unterschiedlichen Führungspositionen der Feuerwehr tätig (58% mindestens Erfahrung in der Zugführung).
Einsätze bei Hitze und Trockenheit nehmen zu
Bei der Frage, welche Einsätze besonders intensiv und häufig
vorkommen, zeichnet sich ab, dass die heißen Monate mittlerweile als besondere
Belastung in den Feuerwehren empfunden werden. Trockenheit, Dürre bzw.
Hitzewellen und Vegetationsbrände haben aus der Sicht der Befragten in jedem
Fall über die vergangenen Jahre am meisten zugenommen.
Knapp drei Viertel aller Befragten geben an, dass in diesem Zusammenhang mehr Ressourcen hinsichtlich Zeit, Maschinen und Gerätschaften sowie Personal benötigt werden. Als weitere Zunahme am Einsatzgeschehen wurden Starkregen und Stürme genannt. Vor diesem Hintergrund stehen körperliche und auch psychische Belastungen besonders im Fokus. Intensive und langanhaltende Einsätze führten die Befragten dabei als besonders kritisch auf, verbunden mit der Erwartung, dass diese in Zukunft zunehmen werden.
Forderung nach besserer Ausrüstung und mehr Unterstützung
Unabhängig von der aktuellen Situation und den Umständen in
der jeweiligen Wehr sehen die Befragten vor allem bei Vegetationsbränden,
Starkregen und Stürmen künftig Handlungsbedarf, wenn es darum geht, die
Sicherheit und Gesundheit der Einsatzkräfte zu verbessern.
Ganz oben auf der Agenda der Feuerwehren stehen dabei vor allem die Themen Persönliche Schutzausrüstung (für jeweilige Einsätze geeignete PSA, mehr oder neuere Schutzausrüstung usw., 646 Nennungen) und spezifischere Schulungen bzw. eine Erweiterung des Schulungsangebots zum Thema Einsätze/Übungen bei Extremwetterereignissen (592 Nennungen). Darüber hinaus wünschen sich die Feuerwehren auch leistungsfähigeres, technisches Equipment (391 Nennungen). Für viele der Befragten spielt auch die körperliche Vorbereitung, Fitness und Gesundheitsvorsorge eine Rolle und es wird hier Handlungsbedarf gesehen (71 Nennungen).
Abschließend wurde nach möglichen Unterstützungen seitens der Feuerwehr-Unfallkassen gefragt: Angefangen von Fachempfehlungen, Schulungsmaterial, Lehrgänge und Seminare, Zusammenarbeit von unterschiedlichen Akteuren bis hin zu mehr Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit sind hier unterschiedliche Bereiche und konkrete Vorschläge genannt worden, die aus Sicht der Befragten sinnvoll und zielführend wären.
Persönliche Gesundheit steht im Fokus
Ein weiterer für die Präventionsarbeit wichtiger Fragenblock
beschäftigte sich mit bestimmten durch Extremwetterereignisse bedingte
Gefährdungen und in diesem Zusammenhang mit geplanten oder bereits umgesetzten
Maßnahmen in den Feuerwehren.
Aus Sicht der Befragten sind gesundheitliche Probleme und Einschränkungen aufgrund langandauernder Hitzeperioden, Haut- und Augenschäden sowie körperliche Beeinträchtigungen und Unfälle (bspw. bei der Beseitigung von Folgeschäden) die größten Risiken.
Gerade bei den genannten gesundheitlichen Problemen gibt es mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen technischen, organisatorischen und persönlichen Maßnahmen, die ergriffen worden sind, um die Sicherheit und Gesundheit der Einsatzkräfte zu stärken.
Aufholbedarf sieht man seitens der Feuerwehren allerdings vor allem in der Organisation, Information und Qualifizierung, denn in beiden Kategorien (Organisation 46%, Information und Qualifizierung 44%) fühlen sich jeweils nicht einmal die Hälfte mindestens gut auf die Herausforderungen der sich ändernden Einsatzlagen vorbereitet.
Diese kompakte Darstellung der Ergebnisse gibt einen ersten Einblick in die aktuelle Situation und Arbeit der Feuerwehren in Deutschland vor dem Hintergrund der saisonal und regional unterschiedlichen Extremwetterereignisse. Anhand der Ergebnisse sollen bedarfsgerechte Präventionsmaßnahmen und -angebote abgeleitet und weiterentwickelt werden.
Im Laufe der ersten Jahreshälfte folgt dieser kompakten Darstellung ein ausführlicher, detaillierter Bericht, den wir auf unserer Homepage veröffentlichen werden. Zusätzlich wird diesem ausführlichen Bericht ein Foliensatz angehängt sein, den Sie herunterladen und für weitere Informationszwecke in der Feuerwehr nutzen können.
Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord)
Kontakt und Ansprechpersonen
Email: infobreak@hfuk-nord.de
Zentrale Postadresse: Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord
Bertha-von-Suttner-Straße 5
19061 Schwerin
Institutionskennzeichen: 121 390 059