Einsatz- und Dienstfahrten: Sich auf das Wetter einzustellen, verhindert Unfälle

09.01.2018

Das Wetter kann das ganze Jahr über für Überraschungen sorgen – besonders häufig jedoch in der „dunklen Jahreszeit“ im Herbst und im Winter. Gut und sicher ist es, sich rechtzeitig auf die Witterung einzustellen – damit der Weg zum Feuerwehreinsatz und -dienst auch ein sicherer Weg wird.

DVR-Schwerpunkt-Aktion "Risiko-Check Wind & Wetter" (Foto: HFUK Nord / Ulf Heller)zoom
DVR-Schwerpunkt-Aktion "Risiko-Check Wind & Wetter" (Foto: HFUK Nord / Ulf Heller)

Das Wetter kann das ganze Jahr über für Überraschungen sorgen – besonders häufig jedoch in der „dunklen Jahreszeit“ im Herbst und im Winter. Gut und sicher ist es, sich rechtzeitig auf die Witterung einzustellen – damit der Weg zum Feuerwehreinsatz und -dienst auch ein sicherer Weg wird. Denn Feuerwehrangehörige stehen zusätzlich zu den Wetterverhältnissen vor der besonderen Herausforderung, nach einer Alarmierung schnell und sicher zum Feuerwehrhaus zu gelangen, um in den Einsatz zu gehen. Wenn es zur Alarmierung kommt, ist bereits die Anfahrt zum Feuerwehrhaus für die Kameradinnen und Kameraden mit besonderem Stress verbunden. Bereits bei der ersten Fahrt muss man sich mit seinem dafür genutzten Verkehrsmittel auf die aktuelle Witterung einstellen. Wird dann auf den Fahrermaschinisten-Sitz gewechselt, ist die Fahrweise auf dem Weg zur Einsatzstelle ebenfalls an die Witterung und natürlich auch an die Eigenschaften des Einsatzfahrzeuges anzupassen.

Witterungseinflüsse als Unfallursache
Welche Einflüsse das Wettergeschehen tatsächlich auf die Verkehrsunfallstatistik hat, lässt sich schwer abschätzen. Nach Ausführungen des statistischen Bundesamtes von 2015 waren ca. 8 % der Ursachen von Verkehrsunfällen mit Personenschäden diesen Witterungseinflüssen zuzuordnen. Eine spezielle Statistik zu diesen Unfällen im Bereich der Feuerwehren liegt nicht vor. Die Feuerwehr-Unfallkassen haben immer wieder schwere bzw. tödliche Unfälle zu verzeichnen, die auf Witterungseinflüsse, zumindest als Teilursache, zurückzuführen sind. Somit ist es wichtig, dass sich Feuerwehrangehörige mit den Einflüssen, die das Wettergeschehen auf den genutzten Verkehrswegen hat, auseinandersetzen.

Wind und Wetter beeinflussen die Fahrsicherheit
Die unterschiedlichen Witterungseinflüsse fordern Fahrzeugführer auf verschiedene Weise:

  • Bei großer Hitze lässt die Konzentration schnell nach und bei Flüssigkeitsmangel drohen im schlimmsten Fall Kreislaufprobleme, die gerade beim Führen eines großen Feuerwehrfahrzeuges Risiken bergen.
  • Durch die gerade im Herbst und im Winter tiefstehende Sonne besteht die Möglichkeit der (plötzlichen) Blendung, die sich durch Spiegeleffekte bei einer nassen Fahrbahn noch verstärken kann.
  • Bei Regen gibt es verschiedene Einflussfaktoren auf die Fahrsicherheit wie Sichtbehinderung, Bildung eines Wasserfilmes auf der Fahrbahn bis zu Aquaplaning, was das Fahrverhalten insbesondere beim Lenken und Bremsen erheblich beinträchtigen kann. Die Reifen verlieren an Fahrbahnhaftung. Eine angepasste Geschwindigkeit und Vergrößerung des Abstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug sind hier besonders wichtig.
  • Dies gilt auch bei starkem Wind. Bei Windböen muss besonders beachtet werden, dass Seitenwinde Fahrzeuge mit hohem Schwerpunkt und großer Angriffsfläche zum Umkippen bringen können. Besonders gefährdet sind z.B. Busse mit Hochdach (ELW / MTF), GW-Logistik sowie Anhänger.
  • Nebel behindert die Sicht und kann auch zu Wahrnehmungstäuschungen führen, so dass man z.B. Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen kann.
  • Während Schneefall ebenfalls die Sicht behindern kann, führt der auf dem Weg liegende Schnee dazu, dass der Kontakt zwischen Fahrbahn und Reifen beeinträchtig wird und sich das Lenk- und Bremsverhalten somit stark verändert. Der Bremsweg verlängert sich um ein Vielfaches. Zudem kann die Traktion verloren gehen, so dass das Fahrzeug nicht von der Stelle kommt bzw. ausbricht.
  • Ist mit Eis auf der Fahrbahn zu rechnen, kann das Fahrzeug schlagartig unbeherrschbar werden. Derartige Abschnitte sind mit äußerster Vorsicht und angepasster Geschwindigkeit zu passieren.

Zur Einstellung auf die Witterungsbedingungen im Herbst und Winter gehört auch die Umrüstung auf Winterreifen – gemäß der Faustformel „von O bis O“ - von Oktober bis Ostern.

Eine Eigengefährdung muss auch bei einer Alarmfahrt ausgeschlossen werden. Das Motto bei der Feuerwehr lautet grundsätzlich: Nur wer ankommt, der kann auch helfen!

Material hilft bei Kontrollen und Unterweisungen
Feuerwehrangehörige können zu jeder beliebigen Uhrzeit alarmiert werden und müssen unter Umständen ein Einsatzfahrzeug führen. Daher ist es wichtig, dass die Einsatzfahrzeuge jederzeit betriebssicher sind und ohne die Durchführung weiterer Kontrolle sofort benutzt werden können. Da im Einsatzfall keine Zeit ist, eine „Abfahrtskontrolle“ vorzunehmen, hat dies mit der bzw. mit dem Abstellen der Fahrzeuge auf den Stellplätzen zu erfolgen. Die Abfahrtskontrolle findet also vorab, bei der Herstellung der Einsatzbereitschaft statt. Sinnvolle und systematische Unterstützung bietet dafür z.B. die von der HFUK Nord und FUK Mitte bereitgestellteCheckliste „Minuten für die Sicherheit – Prüfung des Feuerwehrfahrzeuges“. Zu erhalten ist diese Liste bei der zuständigen FUK in Druckversion oder im Internet zum Herunterladen.

Schwerpunktaktion „Risiko-Check Wind & Wetter“
Mit dem Slogan „Sich auf das Wetter einstellen“ hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) gemeinsam mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) die Schwerpunktaktion – „Risiko-Check Wind und Wetter“ auf der Website gestartet, die genau dieses Thema aufgreift und deren Inhalte sich auch für eine Unterweisung im Feuerwehrdienst anbieten. Mit den Unterlagen der Schwerpunktaktion lässt sich eine Unterweisung zu Fahrten im Feuerwehrdienst zielgerichtet vorbereiten und durchführen. Die Materialien der Schwerpunktaktion bieten praxisbezogene Tipps und Hilfsmittel.

Die Aktion „Risiko-Check Wind und Wetter“ beinhaltet auch ein Gewinnspiel, welches bis Ende Februar 2018 läuft. Gewinnen kann man attraktive Preise, wie beispielsweise LED-Fernseher, Digitalkamera oder Smartphone.

DVR-Schwerpunkt-Aktion "Risiko-Check Wind & Wetter" auf der Website www.risiko-check-wetter.dezoom
DVR-Schwerpunkt-Aktion "Risiko-Check Wind & Wetter" auf der Website www.risiko-check-wetter.de
x

Suche / Webcode

x

Gefährdungsbeurteilung online (Software)

Gefährdungsbeurteilung (Software)
x

Feuerwehrhäuser planen

Feuerwehrhäuser online planen
x

"FitForFire" - Aktiv & gesund in der Feuerwehr

FitForFire
x

FUK CIRS

FUK-CIRS
x

Präventionskampagne der DGUV

kommmitmensch
x

Der interaktive Feuerwehrmann

Interaktiver Feuerwehrmann
HFUK NORD - Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord · erstellt von:online-werbung.de