Neues Medienpaket "Sichere Heißausbildung" erschienen

30.10.2014

Im Oktober diesen Jahres ist das 23. Medienpaket der Reihe „Blickpunkt Feuerwehr-Sicherheit“ der Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehr-Unfallkassen mit dem Titel „Die sichere Heißausbildung“ erschienen.

In dieser feststoffbefeuerten Übungsanlage wird eine Rauchgasdurchzündung dargestellt.zoom
In dieser feststoffbefeuerten Übungsanlage wird eine Rauchgasdurchzündung dargestellt.

Im Oktober diesen Jahres ist das 23. Medienpaket der Reihe „Blickpunkt Feuerwehr-Sicherheit“ der Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehr-Unfallkassen mit dem Titel „Die sichere Heißausbildung“ erschienen. Mit dem Sicherheitsbrief Nr. 36 wurde es an alle Feuerwehren im Geschäftsgebiet der HFUK Nord versendet.

Die Vorgehensweise bei Übungen zur Brandbekämpfung sind bisher in den Feuerwehrdienstvorschriften nicht näher beschrieben worden. Die FwDV 7 „Atemschutz“ enthält grundsätzliche Anforderungen an die Durchführung eines Atemschutzeinsatzes.

Um einen Innenangriff auch bei hoher Stressbelastung sicher vorzutragen und Unfälle zu vermeiden, müssen die Atemschutzgeräteträger ausreichend geschult und trainiert sein. Hier ist es sehr hilfreich, Feuerwehrangehörige mit ähnlichen Bedingungen und Szenarien zu konfrontieren, die sie auch im tatsächlichen Brandeinsatz vorfinden.

Thema des neuen Medienpaketes ist die sogenannte Heißausbildung der Atemschutzgeräteträger. Diese wird von vielen Feuerwehren praktiziert. Ziel der Ausbildung in Brandübungsanlagen muss es sein, einsatztaktisch richtig vorzugehen, um den Brand zu löschen und sich anbahnende Rauchgasdurchzündungen zu erkennen und wirksam zu vermeiden. Dabei sollen auch die Einsatzgrenzen erkannt werden.

Anliegen dieses Medienpaketes ist es, den Feuerwehren grundsätzliche Hinweise bei der Durchführung einer sicheren Heißausbildung zu geben. Das Medienpaket wendet sich in erster Linie an die Betreiber von Heißausbildungsanlagen und ihre Trainer/Ausbilder, aber auch an die Feuerwehrangehörigen als Übungsteilnehmer selbst. Gleichzeitig soll es den Aufgabenträgern Brandschutz sowie den Feuerwehren die Notwendigkeit der Ausbildung an diesen Anlagen verdeutlichen.

Zwei Feuerwehrangehörige trainieren in einer Brandübungsanlage.zoom
Zwei Feuerwehrangehörige trainieren in einer Brandübungsanlage.

War es früher nur möglich, eine Heißausbildung mit erheblichen Risiken verbunden z.B. in Abbruchhäusern durchzuführen, so kann man heute auf speziell für die Heißausbildung entwickelte gas- und feststoffbefeuerte Übungsanlagen zurückgreifen. Der Film soll auch zeigen, dass eine nicht DIN-gerechte Übungsanlage erhebliche Sicherheitsrisiken in sich bergen kann. Hier haben die Feuerwehr-Unfallkassen leider schon Tote und Schwerstverletzte beklagen müssen. Daher wird von heißen Einsatzübungen in Abbruchhäusern dringend abgeraten.

Das Medienpaket erläutert die Rahmenbedingungen zur Durchführung einer sicheren Heißausbildung. Es ist ausdrücklich keine Ausbildungsgrundlage für die eigentliche feuerwehrtaktische Ausbildung in der Brandsimulationsanlage. Von daher sind die Handlungen in den Filmsequenzen nicht als Lehrmeinung der Unfallversicherer zu verstehen und sie werden demnach mit Ausnahme der Aspekte der Arbeitssicherheit auch nicht bewertet. Die Lehrmeinung der anzuwendenden Taktik soll weiterhin durch die Ausbildungsstelle formuliert und vertreten werden.

Im Film wird die Ausbildung in gas- und feststoffbefeuerten Heißausbildungsanlagen betrachtet. Es wird jeweils beispielhaft dargestellt, welche organisatorischen Anforderungen während und nach der Heißausbildung zu treffen sind, um die jeweiligen Übungen sicher durchzuführen und Unfälle von Feuerwehrangehörigen zu vermeiden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die baulichen Anforderungen an Heißausbildungsanlagen (Brandübungshäuser) entsprechend der Normenreihe DIN 14097 erfüllt sind. Diese werden nicht weiter beschrieben.

Bei den Übungen lernen die Einsatzkräfte neben dem richtigen taktischen Verhalten auch abzuschätzen, unter welchen Bedingungen ein Innenangriff noch durchführbar und wann ein sofortiger Rückzug geboten ist. Denn auch hier ist wichtig: Eigenschutz geht vor. Die Feuerwehrangehörigen können so unter definierten Bedingungen Erfahrungen zu ihren eigenen Grenzen und denen der Technik sammeln, um im Einsatzfall die Risiken besser und richtig einschätzen zu können.

Ein Übungsabbruch ist in einer gasbefeuerten Übungsanlage jederzeit kontrolliert möglich.zoom
Ein Übungsabbruch ist in einer gasbefeuerten Übungsanlage jederzeit kontrolliert möglich.

Die kontrollierbare Trainingssituation in einer gasbefeuerten Anlage lässt jederzeit einen sofortigen Abbruch der Übung zu. Somit können diese Übungsanlagen als sehr sicher eingeschätzt werden. Bei feststoffbefeuerten Anlagen sind die bei gasbefeuerten Anlagen beschriebenen Sicherheitseinrichtungen nicht realisierbar. Diese müssen durch andere technische Lösungen, vor allem aber durch organisatorische Maßnahmen kompensiert werden. Daher werden letztere Anlagetypen im Medienpaket eingehender betrachtet.

Das Medienpaket „Die sichere Heißausbildung“ umfasst ein Heft mit Vortragsmanuskript und eine DVD. Auf dieser befindet sich neben dem bereits genannten Begleitheft im Word-sowie im pdf-Format auch der Film mit dem Titel „Die sichere Heißausbildung“, der sowohl im Ganzen als auch in abrufbaren Filmsequenzen aus den Menüs heraus betrachtet werden kann. Außerdem ist für Schulungszwecke auf der DVD eine Power-Point-Präsentation enthalten, die als Unterrichtskonzept zu diesem Thema oder nach der Filmvorführung eingesetzt werden kann. Diese Power-Point-Präsentation richtet sich vorwiegend an die Feuerwehrangehörigen als Übungsteilnehmer.

Wir wünschen Ihnen mit dem neuen Medienpaket einen interessanten und erfolgreichen Einsatz beim Ausbildungsdienst in Ihrer Wehr!