Neue Präventionskampagne gestartet: Post vom Rücken

10.01.2013

Das richtige Maß an Belastung hält den Rücken gesund. Mit dieser Botschaft wendet sich die neue Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung an Versicherte und Unternehmer.

Neue Präventionskampagne gestartet: Post vom Rücken

Das richtige Maß an Belastung hält den Rücken gesund. Mit dieser Botschaft wendet sich die neue Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung an Versicherte und Unternehmer. Ihr Ziel: Die Belastungen für den Rücken verringern. Denn das zahlt sich aus – in mehrfacher Hinsicht.

Der Rücken – könnte er sprechen, er würde sich häufiger in Erinnerung rufen. „Pass auf beim Heben und Tragen“ – „Benutz‘ doch mal eine Hebehilfe.“ – „Ich hätte gern etwas Abwechslung. Nicht immer die gleiche Haltung oder Bewegung.“ – „Wie wäre es mal mit einer bewegten Pause? Nicht immer nur sitzen.“ – „Sich immer nur über die Kollegen beschweren, bringt nichts. Sucht doch mal gemeinsam nach einer Lösung für den Stress.“

Leider kann der Rücken nicht sprechen. Dass es ihn gibt, merken wir häufig erst, wenn er weh tut. Das muss nicht immer gleich Schlimmes bedeuten. „Nicht jedes Zipperlein deutet auf ein ernsthaftes Problem hin“, sagt Sportwissenschaftler Jens-Oliver Mohr von der HFUK Nord „Ein Großteil der Rückenschmerzen ist wie Schnupfen. Nach ein paar Tagen sind sie wieder weg.“ Das Problem ist: Ist Schmerz erst einmal da, konzentrieren sich viele Menschen nur noch darauf. Sie nehmen Schonhaltungen ein und suchen nach einem strukturellen Problem. Sie begeben sich in einen Teufelskreis, an dessen Ende viel zu häufig chronische Schmerzen und Erwerbsunfähigkeit stehen.

Vergessen wird dabei, dass es so weit nicht kommen muss. „Dauernde Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass man sich körperlich oder seelisch überfordert hat“, so Jens-Oliver Mohr. „Es wäre wichtig, sich häufiger daran zu erinnern: Das richtige Maß an Be- und Entlastung hält den Rücken gesund.“

Der Rücken kann uns leider nicht auffordern, ihm Gutes zu tun. Deswegen tut es nun die gesetzliche Unfallversicherung für ihn. Seit dem 10. Januar 2013 läuft die neue Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“. Gemeinsam mit der landwirtschaftlichen Sozialversicherung und der Knappschaft werben Unfallkassen und Berufsgenossenschaften dafür, die Belastungen für den Rücken bei der Arbeit, in der Schule und der Freizeit zu verringern.

Das Ziel der Rücken-Kampagne: für Belastungen sensibilisieren, Möglichkeiten zur Prävention aufzeigen und zur Umsetzung motivieren. Denn: Körperliche und seelische Belastungen bei der Arbeit sind keine Seltenheit. Gerade bei der Feuerwehr ist das Heben, Tragen und die Arbeit mit schweren Gerätschaften quasi an der Tagesordnung. Vielen Feuerwehrangehörigen ist gar nicht bewusst, dass allein die Beachtung einiger ergonomischer Grundsätze beim Heben und Tragen die Belastung des Rückens deutlich reduzieren kann.

Auch in der Berufswelt zeigen die Daten zu den Arbeitsbedingungen in Deutschland, dass es noch einigen Spielraum für Verbesserungen gibt. Noch immer bewegt fast jeder Vierte schwere Lasten am Arbeitsplatz. Jeder Siebte nimmt häufig eine Zwangshaltung bei der Arbeit ein. Problematisch ist zudem der hohe Anteil derer, deren Alltag von zunehmendem Bewegungsmangel oder pausenlosem Stehen und Sitzen gekennzeichnet ist. Auf der psychischen Ebene klagen viele über starken Zeitdruck, Multitasking, häufige Unterbrechungen und zu wenig Spielraum für die Einteilung der eigenen Arbeit.

„Hier können die Unternehmen für Entlastung sorgen. Die Instrumente dafür gibt es“, so Präventionsleiter Jürgen Kalweit von der HFUK Nord. „Dazu zählen die Gefährdungsbeurteilung, betriebliche Gesundheitsförderung und Beispiele guter Praxis. Aber auch auf Seiten der Versicherten hapert es mit dem gesundheitsbewussten Verhalten. Zwar hat die Zahl der Menschen, die Sport treiben, in den vergangenen Jahren zugenommen. Aber längst nicht alle sind regelmäßig körperlich aktiv“, führt Jürgen Kalweit weiter aus.

Um zu einem gesundheitsbewussteren Verhalten zu motivieren, setzt die Rücken-Kampagne auf Aufklärung und Freude an der Bewegung. Der Vorteil der gesetzlichen Unfallversicherung: Ihr gesetzlicher Auftrag erstreckt sich nicht nur auf den Arbeitsschutz und die Prävention in den Betrieben, sondern auch an den Schulen oder eben auch in den Freiwilligen Feuerwehren und Jugendfeuerwehren. Ein Teil der Kampagne wendet sich daher ganz gezielt an Jugendliche, die wir für mehr Sport und Bewegung gewinnen wollen, denn gerade in diesem Alter ist es wichtig, gesundheitsbewusstes Verhalten zu fördern und eine gesundheitsgereichte Basis für spätere Jahre zu schaffen.

Den Rücken in Erinnerung rufen, ist das Ziel der neuen Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“. Das fängt bereits beim Logo an, einem orangenen Post-it, auf dem das Motto der Kampagne erscheint. Das Logo findet sich auf Infomaterial und Werbemitteln der Kampagne wieder - und auf den Poster und Anzeigenmotiven.


HFUK Nord beteiligt sich mit verschiedenen Aktionen an der Kampagne

Nur mit einem gesunden Rücken kann man Leben retten. Unter diesem Motto wird sich die HFUK Nord mit verschiedenen Aktionen und Projekten an der Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ beteiligen:

Gemeinsam mit der FUK Mitte hat die HFUK Nord einen Internet-Videoclip zur Kampagne erstellt, der auf witzige Art das richtige Heben und Tragen im Feuerwehrdienst thematisiert und die Botschaft an die Feuerwehrangehörigen richtet, auf rückenschonendes Verhalten zu achten. Die Premiere für den kurzen Film wird im Februar 2013 stattfinden, danach wird er auf den Internetseiten und Youtube-Kanälen der Feuerwehren-Unfallkassen HFUK Nord und FUK Mitte zu sehen sein und auch zum Herunterladen zur Verfügung stehen.

Zur Frühjahrstagung der Kreis- und Stadt-Sicherheitsbeauftragten sowie Kreis- und Stadtwehrführer aus dem Geschäftsgebiet der HFUK Nord im März 2013 wird es einen Aktionstag zum Thema „Gesunder Rücken im Feuerwehrdienst“ geben: Dabei macht beispielsweise ein Koordinationsparcours die Bedeutung der körperstabilisierenden Muskulatur bei verschiedenen Tätigkeiten und Bewegungen anschaulich und eine Sprungwaage verdeutlicht, wie sehr die Wirbelsäule bei einem Sprung - z.B. aus dem Feuerwehrfahrzeug - belastet wird.

Gemeinsam mit der FUK Mitte hat die HFUK Nord zudem einen ihrer „Stichpunkte Sicherheit“ mit den wichtigsten Informationen zum richtigen Heben und Tragen im Feuerwehrdienst neu herausgebracht. Der neue „StiSi“ steht im Internet unter Stichpunkt Sicherheit  oder  www.fuk-mitte.de ab Mitte Januar 2013 zum Herunterladen zur Verfügung.


Ein neues Medienpaket, das die Feuerwehr-Unfallkassen derzeit im Rahmen ihrer Arbeitsgemeinschaft erstellen, wird die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen in der Feuerwehr behandeln. Schwerpunktmäßig wird dabei die Belastung des Rückens und des Bewegungsapparates im Jugendfeuerwehrdienst und in der Kinderfeuerwehr thematisiert. Erscheinen wird das neue Medienpaket der Feuerwehr-Unfallkassen voraussichtlich im Herbst 2013.


Aktuelle und allgemeine Informationen sowie Hintergrundwissen finden Sie auf der Webseite der Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ unter  www.deinruecken.de. Die Laufzeit der Kampagne ist auf drei Jahre, also bis Ende 2015, angelegt.