Aktuell: HOCHWASSER in Norddeutschland - Informationen für die Feuerwehren

08.06.2013

Aktuell kommt es in den süd-, ost- und norddeutschen Bundesländern zu großflächigen Überschwemmungen, bei denen vor allem Feuerwehren im Hochwasserschutz bzw. in der Hochwasserbekämpfung eingesetzt werden. Die Scheitelwelle bewegt sich aktuell auf die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu. Auch hier werden Feuerwehren zur Hilfeleistung eingesetzt.

Aktuell: HOCHWASSER in Norddeutschland - Informationen für die Feuerwehren

In den Medien sind immer wieder Bilder von Feuerwehrangehörigen zu sehen, die unzureichend mit Schutzausrüstung ausgestattet sind oder sich durch falsche Schutzausrüstung in Gefahr bringen.

Aus diesem Anlass möchte die HFUK Nord auf die besonderen Gefahren bei Hochwasser hinweisen und die Beachtung folgender Punkte bitten:


Vor dem Einsatz 

  • Im Feuerwehrdienst gilt das Entsendungsprinzip. Es dürfen nur Feuerwehren eingesetzt werden, die einen Auftrag bekommen haben. Eigenmächtiges „in Dienst versetzen“ - auch wenn es gut gemeint ist - kann zu Problemen mit dem Versicherungsschutz führen.
  • Da das Wasser mit Keimen und Schadstoffen kontaminiert sein kann, ist zu prüfen welche Schutzimpfungen vorhanden sind (in der Regel Tetanus und Hepatitis-A). Siehe StiSi „Hepatitits“.


Während des Einsatzes

  • Der Einsatzleiter muss durch eine Gefährdungsbeurteilung (Gefahrenmatrix) die notwendige Schutzkleidung festlegen. Die Schutzkleidung für den Innenangriff kann gerade bei hohen Außentemperaturen und starker körperlicher Anstrengung zu schneller Erschöpfung und Kreislaufproblemen führen. Leichte Schutzkleidung ist daher eher zu empfehlen.
  • Das Tragen von Wathosen in fließenden Gewässern ist verboten und kann lebensgefährlich werden.
  • Werden Wathosen in stehenden Gewässern genutzt ist der Feuerwehrangehörige zu sichern, bzw. ständig zu überwachen. Vorkehrungen für einen Notfall müssen getroffen werden.
  • Besteht die Gefahr des Ertrinkens, so sind die Personen soweit möglich anzuseilen oder Schwimmwesten (Auftriebskraft beim Tragen von Feuerwehrschutzkleidung 275N [Überbekleidung]) zu tragen. Siehe StiSi "Verwendung von Rettungswesten".
  • Aufgrund der hohen Belastungen ist für eine ausreichende Versorgung mit Getränken sowie Essen zu sorgen. Siehe StiSi „Einsatzverpflegung“.
  • Bei starkem Sonnenschein ist auch der Hautschutz zu beachten (Kopfbedeckung, Sonnencreme). Siehe StiSi „Gesundheitsgefahren in der warmen Jahreszeit“.
  • Hygiene-Grundsätze beachten – vor Nahrungsaufnehme Hände gründlich waschen bzw. desinfizieren.
  • Mückenschutzmittel verwenden.
  • Bei Dunkelheit ist für eine ausreichende Beleuchtung zu sorgen.
  • Deichwachen müssen über ausreichende Kommunikationsmittel verfügen und sollten nur truppweise vorgehen.
  • Gesicherte Rückzugsräume müssen zur Verfügung stehen.


Nach dem Einsatz

  • Auf ausreichende Ruhezeiten zwischen den Einsätzen und nach Beendigung aller Einsätze ist zu achten. Siehe StiSi „Ruhezeiten“
  • Es müssen ausreichend Unterkünfte zur Verfügung stehen
  • Aus hygienischen Gründen sollten ausreichend Waschmöglichkeiten sowie Wechselkleidung zur Verfügung stehen, bzw. sind diese mitzubringen.
  • Gerätschaften und vor allem die PSA ist nach dem Einsatz zu warten und zu pflegen.