Fit For Fire - Der Hintergrund

 
 
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Der Hintergrund... 
Der Dienst in einer Freiwilligen Feuerwehr ist eine der sinnvollsten ehrenamtlichen Tätigkeiten. Tag und Nacht stehen die Frauen und Männer der Wehren bereit, um bei Alarm sofort professionelle Hilfe zu leisten. Die Anforderungen, die dabei an die einzelne Einsatzkraft gestellt werden, verlangen neben technischem und taktischem Wissen und Können vor allem körperliche und seelische Belastbarkeit ab. 

Belastung bei Einsätzen extrem hoch

Der Hintergrund 1

Entwicklung von neuen und immer perfekteren Systemen zum Schutz der Einsatzkräfte ist in den letzten Jahren wesentlich vorangeschritten. Diverse technische Hilfsmittel erleichtern ihre Arbeit. Auf das Einsatzgeschehen ist eine Einflußnahme jedoch unmöglich. In bestimmten Situationen werden Feuerwehrleute bis an das Limit ihrer körperlichen Leistungsreserven gefordert. 

Die Belastungen von Feuerwehr-Einsatzkräften hat man in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen Studien wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse ähnelten sich: immer wieder hatte man festgestellt, dass v.a. die Beanspruchung des Herz-Kreislauf-Systems extrem hohe Werte erreicht: die Herzfrequenz und die Körpertemperatur steigen sehr stark an, der Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen unter der Einsatz – Schutzbekleidung ist enorm. 

Die Empfehlungen der Autoren dieser früheren Studien gehen immer in ein- und dieselbe Richtung: ein angemessener Fitnesszustand ist für Feuerwehr-Einsatzkräfte ein absolutes Muss, damit bei körperlich belastenden Einsätzen kein gesundheitlicher Schaden zurückbleibt. 

Eine aktuelle Studie (die sog. "STATT"-Studie, Download unter www.lfs-bw.de), die im Herbst 2002 an der Landesfeuerwehrschule Bruchsal in Baden-Württemberg durchgeführt wurde, unterstreicht diese Erkenntnis: Bei 50 Probanden aus Freiwilligen Feuerwehren, die unter realen Bedingungen zur Brandbekämpfung und Menschenrettung in einen simulierten Wohnhausbrand geschickt wurden, hat man höchste Beanspruchungen festgestellt. Ein Großteil der Probanden der Freiwilligen Wehren erzielte dermaßen hohe Herzfrequenzen, wie sie von Arbeitsmediziner als "medizinisch nicht tolerabel" angesehen werden.

Angesichts der Ergebnisse empfehlen die Autoren der Studie, nur noch körperlich trainierte Feuerwehrleute unter Atemschutz einzusetzen. Außerdem wird die Vermutung geäußert, dass die Ursache der erreichten – eindeutig zu hohen Herzfrequenzen – einerseits im hohen Stresspotential der realistischen Einsatzsituation zu sehen ist, andererseits jedoch auch von einem "schlechten Trainingszustand" der Feuerwehrleute herrührt. 

"Feuerwehr – Fitness" – alles bestens?

Der Hintergrund 2

Ganz logisch: die Forderung nach ausschließlich sportlich aktiven Einsatzkräften ist ein ganzes Stück an der Realität vorbei. Eine Freiwillige Wehr greift heute auf jeden verfügbaren Mann (bzw. Frau) zurück, egal ob fit – oder eben auch nicht. Freiwillige Feuerwehrleute sind Menschen wie Du und Ich. Die Feuerwehrtätigkeit wird gewissermaßen nebenbei erledigt. Die wenigsten Feuerwehrleute sind durchtrainerte Spitzensportler, wie man sie z.B. in einschlägigen Hollywood – Streifen sieht. 

Außerdem: Warum sollte die Tendenz zu Bewegungsmangel und Übergewicht in unserer Industrie – Gesellschaft vor den Freiwilligen Feuerwehren halt machen, deren Mitgliederstruktur bekanntermaßen eine bunte Mischung aller Bevölkerungs- und Berufsschichten ist. 

Aber auch ganz logisch: In Einsatz und Übung können Belastungen für Feuerwehrleute extrem hoch sein. Es werden Ihnen dabei mitunter Dinge abverlangt, wie sie nur ein sportlich gut trainierter Mensch kompensieren kann, ohne dabei gesundheitlichen Schaden zu nehmen. 

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