Feuerwehrleute optimal vor Gefahrstoffen schützen: Gesetzliche Unfallversicherung startet Forschungsprojekt

28.02.2017

Die Feuerwehr-Unfallkassen, Unfallkassen und Berufsgenossenschaften wollen den Gesundheitsschutz für Feuerwehrleute verbessern. Zu diesem Zweck hat der gemeinsame Spitzenverband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), ein neues Forschungsprojekt initiiert. Die HFUK Nord arbeitet in der Projektgruppe aktiv mit.

Ein neues Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem optimalen Schutz der Feuerwehrangehörigen vor Gefahrstoffen. (Foto: Rüdiger Gaertner)zoom
Ein neues Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem optimalen Schutz der Feuerwehrangehörigen vor Gefahrstoffen. (Foto: Rüdiger Gaertner)

Die Feuerwehr-Unfallkassen, Unfallkassen und Berufsgenossenschaften wollen den Gesundheitsschutz für Feuerwehrleute verbessern. Zu diesem Zweck hat der gemeinsame Spitzenverband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), ein neues Forschungsprojekt initiiert. Das Ziel ist zu erforschen, inwiefern Feuerwehrleute im Dienst optimal gegen den Kontakt mit Gefahrstoffen geschützt werden können. Da die Aufnahme von Gefahrstoffen nicht nur über die Lunge, sondern auch über die Haut möglich ist, ist Hygiene einer der Schwerpunkte des Projekts. Die Ergebnisse sollen in konkrete Hinweise münden, wie Feuerwehrmänner und -frauen sich noch besser schützen können.

An dem Projekt sind neben dem Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV verschiedene Experten der Feuerwehr-Unfallkassen und Unfallkassen, der Deutsche Feuerwehrverband sowie mehrere große Berufsfeuerwehren beteiligt. Die HFUK Nord arbeitet in der Projektgruppe aktiv mit.

Feuerwehrleute können je nach Einsatz krebserzeugenden Stoffen wie Ruß, Asbest oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen ausgesetzt sein. Im Normalfall schützt ihre persönliche Schutzausrüstung (PSA) sie davor, diese Substanzen über die Atemluft aufzunehmen. Seit einiger Zeit rückt allerdings verstärkt die Frage in den Vordergrund, ob der Hautkontakt mit Gefahrstoffen problematisch sein kann. Einsatzkleidung schützt nicht vollständig gegen Staub und Ruß. Außerdem kann ein Kontakt auch nach Ablegen von Kleidung und PSA erfolgen – zum Beispiel dann, wenn Räume, in denen die private Kleidung lagert, nicht sauber von Räumen getrennt werden, in denen die schmutzige Einsatzkleidung abgelegt wird. Wie gut Feuerwehrleute in der Praxis tatsächlich vor schädlichen Einwirkungen geschützt sind, sollen die Forschungsinstitute der DGUV mit Hilfe technischer Messungen und medizinischer Untersuchungen klären.

„Einer der Schwerpunkte des Projekts liegt auf der Frage, wie die Hygiene im Feuerwehrdienst verbessert werden kann“, sagt Dr. Walter Eichendorf, stv. Hauptgeschäftsführer der DGUV. Technische, organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen könnten hierzu beitragen. „Möglicherweise zeigen unsere Messungen aber, dass sich nicht jeder Kontakt mit Gefahrstoffen unter Einsatzbedingungen verhindern lässt.“ Unklar sei, inwiefern Gefahrstoffe über die Haut in den Körper gelangen können. „Auch das wollen wir prüfen“, führt Eichendorf weiter aus.

Ein weiteres Ziel des Projekts sei, die Dokumentation von Gefahrstoffkontakten im Einsatz zu verbessern. Dazu sind die Städte und Gemeinden als Träger der Feuerwehren gesetzlich verpflichtet. „Wenn es uns gelingt, für Szenarien, die häufig vorkommen, wie Wohnungs- oder Fahrzeugbrände standardisierte Einwirkungen zu beschreiben, würde das den Verantwortlichen die Arbeit sehr erleichtern.“ Das Projekt hat eine Laufzeit von 1,5 Jahren. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen über Informationsschriften sowie eine Beratung vor Ort schnellstmöglich in die dienstlichen Abläufe der Feuerwehren einfließen.

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